Babypflegeöl mit Johanniskraut

Körperpflege ist bei uns Papa-Sache. Das hat schon ganz früh angefangen. Vor allem in den ersten Monaten konnte ich es kaum erwarten, dass mein Mann am Abend nach Hause kommt, um mich bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Meist hat er unser heute schon so großes Mädchen dann gleich übernommen und ist mit ihr im Bad verschwunden. Dort hat er sie jeden Abend ausgiebig mit einem Bad und anschließender Babymassage verwöhnt. Sie hat es geliebt. Und ich auch. Ich konnte nämlich endlich in Ruhe Abendessen machen.

Nun ja, diese Zeiten kennen wohl die allermeisten Eltern. Was geblieben ist, ist bei uns die Arbeitsteilung und jede Menge Babyshampoo. Nachdem unsere Große ihre abendlichen Stunden in der Wanne so geliebt hat, bin ich natürlich sofort los und habe Badezusatz speziell für Babys gekauft. In der Großpackung natürlich. Was man halt so bekommt im Drogeriehandel. Das das von den Inhaltsstoffen und auch sonst eher suboptimal ist, wusste ich damals noch nicht. Ich habe es aber ziemlich schnell gemerkt und so steht die Großpackung noch immer bei uns im Bad und wird ab und zu zur Unterstützung des selbstgemachten Universalreinigers eingesetzt. An unsere Haut lasse ich das jedenfalls nicht mehr.

Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, was drin ist. Mit der Erkenntnis, was in den herkömmlichen Produkten so enthalten ist, und das ich das auf keinen Fall bei meinen Kindern anwenden möchte, kam die Lust zum selber machen. Schnell habe ich gemerkt, wie einfach man sich mit den Basics in der Körperpflege selber versorgen kann und wieviel Spaß es macht. Eine meiner Einstiegsdrogen dabei war das Johanniskrautöl. Johanniskraut blüht jetzt gerade. Man sammelt es rund um die Sommer-Sonnenwende, wenn die Sonne die meiste Kraft hat und die Pflanze diese Energie ganz in sich aufnimmt. Johanniskraut ist eine Sonnenpflanze, die die Kraft der Sonne und des Lichtes für uns speichert und uns in der dunklen Jahreszeit damit nährt. Johanniskraut wirkt beruhigend, antidepressiv und beschützend zum Beispiel als Tee, im Ölauszug regeneriert es trockene, rissige und spröde Haut und hilft bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen. Es lindert Kopfschmerzen, wenn man es auf die Schläfe tupft und nährt Knorpel und Gewebe im Massageöl. Johanniskrautöl sorgt in der Massage für sanfte Wärme, wirkt entspannend und schmerzlindernd und ist Balsam für die Seele. Aber bitte Achtung: Johanniskrautöl erhöht die Lichtempfindlichkeit. Die Anwendung erfolgt daher idealerweise Abends. Nach der Anwendung sollte Sonne jedenfalls vermieden werden.

Johanniskrautöl in Schwangerschaft und Babyzeit Ich habe Johanniskraut in der Schwangerschaft lieben gelernt. Mit dem Öl wurde mir jeden Abend der Bauch eingecremt, das hilft gegen Schwangerschaftsstreifen und gibt ein einhüllendes Gefühl. In der Babyzeit habe ich es dann als Badezusatz oder Baby-Massageöl geschätzt. Unser Abendritual mit Johanniskrautöl hilft beim runter kommen und nährt und schütz die zarte Babyhaut. Babys brauchen für ihre Pflege nämlich tatsächlich so wenig wie möglich. Vor allem am Anfang ist ein gut verträgliches Basisöl wie Olivenöl, Sojaöl (heimischer Bio-Anbau!) oder Sonnenblumenöl für die Babymassage und Hautpflege vollkommen ausreichend. Das Öl funktioniert auch als Badezusatz hervorragend, indem man nur ein paar Spritzer in die Wanne gibt und gut versprudelt. Wenn das Baby aus dem Wasser kommt hat es so schon eine rundum gepflegte Haut und braucht sonst nichts weiter.

Hier nun mein super einfaches Rezept für Babypflegeöl mit Johanniskraut: Johanniskraut sammelt man ab Ende Juni bis in den Herbst. Es besitzt kleine gelbe Blüten, die die Finger rot färben, wenn man sie zerdrückt. Die rote Farbe kommt von dem Hauptwirkstoff Hypericin. Dieser färbt später auch das Öl sehr stark, weswegen Johanniskrautöl auch als Rotöl bezeichnet wird. Man füllt ein sauberes Marmeladeglas zu circa 2/3 mit den Blüten. Diese sollten grundsätzlich frisch sein, aber idealerweise einen Tag angetrocknet werden. Dann werden die Blüten mit einem guten Basisöl übergossen, so dass alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind. Das Glas wird nicht mit einem Deckel verschlossen sondern nur mit einem Tuch abgedeckt und so an einem schattigen Ort für circa 6 Wochen ausgezogen. Zwischendurch immer wieder schwenken, damit sich die Wirkstoffe gut verteilen können. Nach dieser Zeit werden die Blüten aus dem Öl abgeseiht und das Öl hat eine wunderschöne rote Farbe angenommen.

Das Rotöl kann nun pur zur Pflege und als Badezusatz verwendet werden, oder auch im Verhältnis 1:1 mit einem anderen Öl gemischt werden. Gute Öle für den Auszug und zum mischen sind zum Beispiel:

  • Olivenöl ist ein gutes Trägeröl für Auszüge. Es schützt, regeneriert und restrukturiert die Hautbarriereschicht. Es besitzt eine schmerzlindernde, ibuprofenähnliche Substanz namens Oleocanthal und wirkt damit entzündungshemmend und antioxidativ. Beim Kauf ist es wichtig auf die Bezeichnung natives Olivenöl extra zu achten. Dies ist die höchste Qualität unter den Olivenölen.

  • Sojaöl aus heimischem Bio-Anbau ist sehr reichhaltig und rückfettend und wirkt stark zellregenerativ und zellaktivierend. Es hat eine leicht emulgierende Wirkung. Dadurch zieht es als Pflegeöl auf leicht feuchter Haut besonders gut ein und transportiert die Feuchtigkeit in die Hautschichten.

  • Sonnenblumenöl ist leicht und liegt nicht auf der Haut auf. Es wirkt entzündungshemmend und pflegt mild. Sonnenblumenöl fördert die Barriereschicht der Haut und wirkt regenerierend.

Selberkaufen statt Selbermachen Falls du nun nicht so lange warten möchtest, bis dein Johanniskraut ausgezogen ist, kannst du das fertige Öl auch kaufen. Das geht zum Beispiel offline in Wien bei Neuber ́s Enkel oder im Reformhaus und online bei Primavera oder Feeling, um nur die bekanntesten Marken zu nennen.


Ganz viele Infos zum Johanniskraut und eine weitere Auszugsmethode, die auch ich häufig anwende und sehr liebe, findest du bei Tina von die Kräutermacherei hier super beschrieben.


Ganz viele weitere Rezepte und Tipps bekommst du in meinen Workshops. Zum aktuellen Programm geht es hier entlang.


Welches Babyöl verwendest du?


Alles Liebe,

Katharina


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