Schnelle Feuchtigkeitspflege für beanspruchte Füße aus nur zwei Zutaten

Ich zeige dir ein ganz einfaches, und sicheres Rezept für gepflegte Füße aus nur zwei Zutaten, die du bestimmt zu Hause hast.


Normalerweise ist die Herstellung einer richtigen Creme eine etwas aufwendigere Prozedur. Eine Creme besteht im Gegensatz zu einer Salbe aus zwei Phasen: Fett und Wasser und versorgt die Haut damit neben der Pflege auch mit einer großen Portion Feuchtigkeit.


Fett und Wasser wollen sich allerdings nicht auf Dauer homogen vermischen. Fett schwimmt oben, Wasser unten, das kennst du sicher.


In einer Creme werden diese Phasen mit der Hilfe eines Emulgators zu einer homogenen Masse verbunden und damit zu einer Einheit, wie wir sie kennen. Eine richtige Creme besteht daher mindestens aus drei Zutaten: Fett, Wasser und Emulgator.


Außerdem ist noch eine vierte Zutaten in einer Creme essentiell: überall wo Wasser ist, ist die Gefahr einer Verkeimung hoch. Keime brauchen Wasser um sich vermehren zu können. Eine Konservierung, zum Beispiel in Form einer Tinktur oder reinen Alkohols, ist also die vierte essentielle Zutat einer Creme.


Außer…


Außer man macht eine Schüttellotion mit Wein.

Bei einer Schüttellotion verbinden sich die beiden Phasen Fett und Wasser durch kräftiges schütteln der Flasche miteinander und trennen sich nach kurzer Zeit wieder. Vor der Anwendung einer Schüttellotion wird diese also kräftig geschüttelt. Es entsteht eine homogene Lotion, die sich gut auf den Körper auftragen lässt. Wenn die Flasche dann ein wenig steht, trennen sich die beiden Phasen wieder. Vor der nächsten Anwendung wird wieder geschüttelt.

Schüttellotion nach Hildegard von Bingen, Katharina rührt

Eine Schüttellotion braucht also keinen Emulgator und bringt trotzdem Pflege und Feuchtigkeit in die Haut.

Bleibt noch die Frage der Konservierung. Wie kann ich möglichst unkompliziert, aber sicher, mein Produkt konservieren?


Dafür bin ich bei Hildegard von Bingen und dem Buch „Traditionelle Hautmedizin“ von Gabriela Nedoma fündig geworden. Hildegard von Bingen hat schon im 11. Jahrhundert Schüttellotionen mit Wein hergestellt. Wein hat eine für die Konservierung ideale Alkoholkonzentration von 13-15 Vol.%. Außerdem steckt er voller Antioxidanzien und Mineralstoffen, die die Hautregeneration fördern.

Wein sollte möglichst luftdicht gelagert werden um nicht vorzeitig durch zu viel Sauerstoffkontakt zu Essig zu werden. In einer Schüttellotion schwimmt das Öl über dem Wein und schützt ihn damit vor zu viel Sauerstoff.

Damit haben wir die Zutaten für eine ganze einfache Feuchtigkeitspflege aus nur zwei Komponenten: Wein und Öl.

Schüttellotion nach Hildegard von Bingen, Katharina rührt

Nun also zum Rezept:

Es ist wichtig sehr sauber zu arbeiten um den Wein nicht mit Hefen aus dem Mikrobiom der Haut zu kontaminieren. Also zuerst Hände waschen und alle Gerätschaften inklusive Arbeitsoberfläche mit Alkohol (Wodka oder Korn zum Beispiel) reinigen.


Zur Herstellung brauchst du:

Eine kleine, mit Alkohol desinfizierte Sprayflasche (30ml)

Kleinen Trichter

Guten Rotwein

Hanföl

Fülle die Sprayflasche zur Hälfte mit einem hochwertigen Rotwein. Achte dabei unbedingt auf sehr sauberes Arbeiten!

Fülle mit Hanföl auf, lass oben noch so viel Luft, dass sich die Lotion beim schütteln in der Flasche auch bewegen kann.

Zuschrauben, schütteln und cremen. Fertig.

Haltbarkeit: circa 6 Wochen


Ich habe mich hier für Hanföl entschieden, weil es ein sehr pflegendes Öl ist, das sehr schnell in die Haut einzieht. Es macht die Haut weich und zart und ist übrigens auch im Salat ein wahrer Schatz für die Gesundheit.

Eine Alternative zu Hanföl ist zum Beispiel Olivenöl. Es ist sehr hautpflegend und wirkt regenerierend.


Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim schütteln. Mehr Inspiration und Rezepte von mir findest du auf Instagram und in meinen Workshops.

Alles Liebe,

Katharina

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