top of page

Sonnenblumenöl für die Haut: Wirkung, Anwendung und Vorteile in der Naturkosmetik

10. Sept.
5 Min. Lesezeit

In diesem Artikel erfährst du, warum Sonnenblumenöl ein unterschätztes Wundermittel für die Hautpflege ist, welche Varianten es gibt und wie du es in deiner Naturkosmetik optimal einsetzt.

Bonus: Am Ende des Artikels schenke ich dir mein Interview mit Ruth von Braunschweig zum Thema Sonnenblumenöl.


"Katharina, warum verwendest du so häufig Sonnenblumenöl in der Hautpflege? Ich habe gehört das ist schädlich?" - Diese oder ähnliche Nachrichten bekomme ich immer wieder auf Instagram.


Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir uns dieses vielseitige Öl einmal genauer ansehen.


Für alle Eiligen: Nein, Sonnenblumenöl ist nicht schädlich! Ganz im Gegenteil: Es ist gut für die Haut und ein wertvoller Bestandteil in der natürlichen Hautpflege. Und jetzt zur langen Antwort:


Blühende Sonnenblumen vor blauem Himmel, aus ihren Kernen wird Sonnenblumenöl gepresst

Sonnenblumenöl für die Haut: Welche Varianten gibt es?


Sonnenblumenöl gibt es grob in zwei Varianten: HO-Sonnenblumenöl, das reich an Ölsäure ist, und natives Sonnenblumenöl, das reich an Linolsäure ist.


Was bedeutet HO bei Sonnenblumenöl?

HO steht für High Oleic, auf Deutsch: reich an Ölsäure. Das Öl stammt von Sonnenblumensorten, die durch Züchtung besonders viel Ölsäure bilden.


Herkömmliches Sonnenblumenöl besteht laut Bundeszentrum für Ernährung zu 48 bis 74 Prozent aus Linolsäure, HO-Öl nur zu 2 bis 17 Prozent. Dadurch ist HO-Sonnenblumenöl viel stabiler: Es wird nicht so schnell ranzig und verträgt auch Hitze besser.


Ich empfehle für meine Rezepte HO-Sonnenblumenöl (High Oleic) in Bio-Qualität. So kannst du dir sicher sein, dass das Öl schonend verarbeitet wurde und gut für dich und die Umwelt ist.


Wirkung auf die Haut: Warum Sonnenblumenöl HO ideal für die Hautpflege ist


  • Hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, macht sie weich und geschmeidig

  • Reich an Vitamin E und hautbarrierestärkender Ölsäure

  • Der hohe Gehalt an Vitamin E schützt vor oxidativem Stress und wirkt so gegen vorzeitige Hautalterung

  • Ist für alle Hauttypen sehr gut verträglich

  • Zieht schnell in die Haut ein, ohne die Poren zu verstopfen


Dazu kommen ganz praktische Vorteile:

  • Es ist ein regionales Öl, das in Bio-Qualität in den meisten Supermärkten leicht zu finden ist.

  • Sehr gut haltbar und neutral im Duft, dadurch kommen meine Pflanzen besser zur Geltung.

  • Zudem ist es günstig.

All diese Eigenschaften von Sonnenblumenöl HO definieren für mich natürliche Hautpflege, die der Haut gut tut, die Umwelt schont und meinen Geldbeutel nicht belastet.

Das Sonnenblumenöl HO wird im Handel übrigens häufig als „Bratöl“ verkauft. Lass dich davon nicht abschrecken. Es beschreibt einfach seine neutralen und besonders gut haltbaren Eigenschaften.


Die Stars in meinen Rezepten sind immer die Pflanzen. Das Öl ist für mich ein Vehikel. Notwendig und wichtig, keine Frage. Aber für mich zählt, wie gut das Öl den Pflanzen eine Bühne bereiten kann, damit sie mit all ihren wertvollen sekundären Inhaltsstoffen glänzen können.


Ich liebe es zu sehen, wie aus dem vorher recht farblosen Öl ein buntes Produkt wird. Schon beim Hinsehen lassen sich die unterschiedlichen Pflanzen-Charakteristika erahnen und der feine Duft der Pflanzen kommt besonders gut zur Geltung.

Sonnenblume in voller Blüte mit großem Blatt vor einem Himmel voller Schäfchenwolken

Natives Sonnenblumenöl: wertvolle Linolsäure, kürzere Haltbarkeit


Der Vollständigkeit halber möchte ich auch auf das native Sonnenblumenöl eingehen.

Natives Sonnenblumenöl ist reich an Linolsäure und wird eher für die kalte Küche empfohlen. Zudem hat es nur eine geringe Haltbarkeit. Kühl und dunkel lagern ist hier empfehlenswert.


Der hohe Linolsäuregehalt macht dieses Öl sehr wertvoll in der Hautpflege. Es wirkt entzündungshemmend und stärkend auf die Hornschichtbarriere. Es zieht sehr gut ein, wirkt kaum fettend und ist hervorragend auch für empfindliche bis hin zu neurodermitischer Haut geeignet. Auf Grund des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und der damit verbundenen Oxidationsempfindlichkeit sollte es mit stabilen Basisölen gemischt werden. So wird es länger haltbar.*


Ist Sonnenblumenöl gut oder schlecht für die Haut?


Woher kommt eigentlich der Ruf, Sonnenblumenöl sei schädlich? Meistens aus der Ernährung.


Im Hinblick auf die Ernährung findet man bei nativem Sonnenblumenöl häufig die Warnung, dass das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren nicht günstig ist. Es sollte daher nicht in Massen gegessen werden.**


Hierzu gibt es allerdings auch andere Ansichten in der Literatur. So ist bei Pflanzenöl-Expertin Ruth von Braunschweig zu lesen, dass „natives Sonnenblumenöl ein hochwertiges Speiseöl [ist]. Es pflegt und schützt den Darm, die Darmflora, das Immunsystem und regeneriert die Schleimhaut und Haut.“***


In meinem Interview mit Ruth von Braunschweig, das du ganz unten findest, wird deutlich, dass seriöse Studien auch linolsäurereiches Sonnenblumenöl in der Ernährung unterstützen. Arachidonsäure, um die es in der Omega-6-Debatte meistens geht, nehmen wir vor allem über tierische Fette auf. Und Probleme machen eher stark verarbeitete Öle als ein gutes natives Sonnenblumenöl.


Wie überall macht natürlich die Dosis das Gift.


Auf der Haut ist Linolsäure sogar besonders wertvoll, weil sie die Hornschichtbarriere stärkt.


Der zweite Punkt ist die Haltbarkeit. Natives Sonnenblumenöl wird schnell ranzig, und ranziges Öl hat auf der Haut nichts verloren. Deshalb mischst du es am besten mit stabilen Ölen, oder du greifst gleich zu HO-Sonnenblumenöl, so wie ich in meinen Rezepten.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das ölsäurereiche Sonnenblumenöl HO sowohl für die Ernährung als auch für die Hautpflege empfohlen wird. Beim linolsäurereichen nativen Sonnenblumenöl werden bei der Ernährung zum Teil Bedenken geäußert, die ich aber nicht teile.

Für die Hautpflege ist es jedenfalls sehr wertvoll.

Sonnenblumenöl-Variante

Hauptbestandteil

Vorteil für die Hautpflege

HO-Sonnenblumenöl (High Oleic)

Ölsäure

Stärkt die Hautbarriere, sehr haltbar, neutraler Duft

Natives Sonnenblumenöl

Linolsäure

Entzündungshemmend, zieht schnell ein, ideal für empfindliche Haut


So verwendest du Sonnenblumenöl in der Hautpflege


Ich verwende Sonnenblumenöl HO ausschließlich als Basis für meine Pflanzenölauszüge. Pur verwende ich es eher nicht. Aber es ist die perfekte Leinwand, um Pflanzen darin auszuziehen und ihre ganze Kraft ins Öl zu holen, so wie in den Rezepten weiter unten.

Ölauszug aus Kräutern in Sonnenblumenöl HO wird durch einen Trichter abgefüllt
Foto: Nikki Harris

Deinen fertigen Ölauszug wendest du dann so an:


Für Körper und trockene Haut

Am besten trägst du deinen Ölauszug auf leicht feuchte Haut auf, zum Beispiel morgens nach dem Duschen. So hilft er der Haut, die Feuchtigkeit zu halten, und ersetzt ganz einfach die Bodylotion. Für trockene, raue Hände fülle ich ihn mir in eine kleine Sprühflasche für unterwegs.


Im Gesicht

Manchmal liest man, Sonnenblumenöl gehöre nicht ins Gesicht. Pur nehme ich es auch nicht, als Pflanzenölauszug aber sehr gerne: morgens und abends ein paar Tropfen auf die leicht feuchte Haut einmassieren. Bei trockener Haut eignet sich zum Beispiel mein Pflegeöl mit Wilder Möhre, bei empfindlicher Haut das Waldmeister-Öl.


Rezepte mit Sonnenblumenöl für deine Hautpflege

Hier findest du einige einfache Rezepte zum Nachrühren:



Lust auf deinen ersten eigenen Ölauszug?

In meinem Onlinekurs „Naturkosmetik genial einfach” zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Pflanzenauszüge herstellst, die Grundlage meiner Kräuterkosmetik. Außerdem rührst du mit mir 18 Rezepte für deine Pflege von Kopf bis Fuß und lernst 13 Pflanzen aus deiner Umgebung kennen.

Zum Onlinekurs Naturkosmetik genial einfach

Darf ich dich ins Rühr-Universum entführen?

Trag dich in meinen wöchentlichen Newsletter ein und erfahre alles über natürliche Hautpflege und die wundervolle Kraft, die in Pflanzen und Kräutern steckt. Natürlich kostenlos und jederzeit kündbar.


Viel Freude beim Rühren und Pflegen!

Katharina


Bonus: Mein Interview mit Ruth von Braunschweig über Sonnenblumenöl


Im November 2023 hatte ich die Möglichkeit, mich mit Ruth von Braunschweig über die Vor- und Nachteile von Sonnenblumenöl zu unterhalten. Das Video kann ich dir hier zur Verfügung stellen:

Wenn du auf das Video klickst, wird es direkt von YouTube geladen. Dabei können Daten wie deine IP-Adresse an YouTube übermittelt und Cookies gesetzt werden. Mehr dazu findest du in der Datenschutzerklärung von YouTube.

*Quelle: Ruth von Braunschweig, Pflanzenöle, Stadelmann Verlag 2018


**Quelle: Stiftung Warentest: Warenkunde Öl von Hans-Jochen Fiebig, Bertrand Matthäus, Kirsten Schiekiera, Berlin 2016

***Quelle: Seminarunterlagen Biologische Hautpflege von Ruth von Braunschweig, Juni 2023

Kommentare


bottom of page