Ist Kokosöl besser als Palmöl oder welches Öl verwendest du in der Seife?

Aktualisiert: Okt 1

Vor kurzem hatte ich einen Kommentar zu meinem Seifen-Workshop, der mich sehr gefreut hat:

Gefreut hat er mich, weil ich es für unendlich wichtig halte heutzutage alles zu hinterfragen und ich sehr dankbar bin, wenn ihr das so offen und wertschätzend tut.


Hier ist meine Antwort dazu:


Liebe LeserIn,

Vielen Dank für deine Frage. Du hast vollkommen recht, dass, wenn wir die weltweit intensive Nutzung von Palmöl einfach durch Kokosöl ersetzen das Problem nicht lösen und sogar verschlimmern können. 

Deswegen achte ich in meinen Naturkosmetik- und Seifenrezepten wo es nur geht auf die Verwendung regionaler Bio-Öle.

Zu deiner Frage, welches Fett Palmöl in der Seife ersetzen kann muss ich kurz ausholen:

Palmöl wird so gerne in Seifen verwendet, weil es der Seife einen herrlichen Schaum gibt und gute Festigkeit verleiht. Das können nicht viele Öle. Eine Seife mit Palmöl aus nachhaltigem Anbau (und hier gibt es zum Beispiel in Afrika ganz tolle Initiativen) kann daher ökologisch nachhaltig sein, da sie lange hält und eine hervorragende Qualität hat. Eine Seife mit Palmöl würde ich deswegen trotzdem nicht machen, da dieser achtsame Umgang noch nicht die Regel ist. Häufig wird Palmöl aus fraglichen Quellen genutzt weil es günstig ist und sich super auch industriell verarbeiten lässt. Mit dem Workshoptitel möchte ich darauf hinweisen und ein Bewusstsein schaffen. In meinen Workshops reden wir dann ausführlich über die verwendeten Öle und ich thematisiere auch immer, warum Palmöl nicht per se schlecht ist. Es kommt einfach auf die Menge und Herkunft an.

Also kurz zusammengefasst: Palmöl macht hervorragende Seifen und ist deswegen so beliebt. Wie kann man es trotzdem ersetzen? 

Palmöl ist ein Schaumfett. Weitere pflanzliche Schaumfette sind Babassuöl und Kokosöl. Weitere Alternativen gibt es nur im tierischen Bereich. In unserer Kulturregion wurden Seifen früher vorrangig aus Rindertalg gemacht. Dies ist im Wesentlichen ein Abfallprodukt dass gut verfügbar war und hervorragend zur Seifenproduktion geeignet ist. Reine Rindertalgseifen sind hart und glänzend, haben eine angenehme Haptik, einen tollen Schaum und reinigen hervorragend. Übrigens ist auch Straußenfett etwas ganz Besonderes. Nicht nur in Seifen, auch als Salbengrundlage für Neurodermitiker und zudem über Straußenfarmen in Österreich regional beziehbar. Aber ich schweife ab.

Also: regionale Alternativen zu Palm- oder Kokosöl sind Gänseschmalz, Rindertalg und Straußenfett.

Dies thematisiere ich in meinen Workshops. Arbeiten tun wir jedoch mit Kokosöl und weiteren Ölen, die im Supermarkt oder regionalem Handel verfügbar sind. Einfach um den Einstieg ins Seife sieden zu Hause so einfach wie möglich zu machen. Damit meine WorkshopteilnehmerInnen das gelernte auch wirklich umsetzen ist es aus meiner Sicht essentiell, dass die Zutaten leicht verfügbar sind. Und Kokosöl ist in hervorragender Bio-Qualität und aus verantwortungsvollem Anbau bei uns leicht verfügbar. Deswegen habe ich mich dafür entschieden.

Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten. Ansonsten melde dich gerne nochmal.

Alles Liebe,

Katharina



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