Mein Shampoobar - so geht´s

Aktualisiert: Juli 2

Schon wirklich lange wasche ich meine Haare mit Roggenmehl. Wie das genau geht erzähle ich euch im nächsten Artikel. Ich und meine Haare lieben es. Nur unterwegs ist es nicht besonders praktisch und ich habe auch in meiner normalen Pflegeroutine gerne etwas Abwechslung. Dafür mache ich mir Shampoo-Bars mit Mehl. Die sind schnell hergestellt und werden auch von meinem Mann und den Kindern gerne verwendet.

Das Grundrezept besteht aus

50g SCI oder SCS mit

10g Stärke (z.B. Maizena) und

30g Buchweizenmehl mischen,

15g Kakaobutter schmelzen und mit

30g Öl zu dem Pulver geben. Alles gut vermischen und in Silikonformen füllen oder mit den Händen Kugeln formen.


SCI (Sodium Cocoyl Isetionate) ist ein sehr mildes Tensid auf Kokosbasis. Es ist vollständig biologisch abbaubar und sanft zu Haar und Kopfhaut. Man kann es auch mit SCS (Sodium Coco-Sulfate) 1:1 mischen. SCS ist ebenso wie SCI ein mildes Tensid auf Kokosbasis. Zwei Tenside zu mischen bringt meist einen stärkeren und stabileren Schaum und erhöht die Waschleistung. Ich habe meine Shampoobars nur mit SCI gemacht. Bei der Verarbeitung von SCI empfiehlt es sich einen Mundschutz zu tragen, da es ein sehr feiner Staub ist. Bezugsquellen verlinke ich euch unter dem Artikel.


Stärke und Mehl bringen Festigkeit in den Bar und pflegen das Haar. Bei der Auswahl des Mehls kann man variieren. Hier habe ich mich für Buchweizen entscheiden. Genauso gut funktioniert Roggenmehl, Kichererbsenmehl, Reisstärke, Bohnenmehl, Linsenmehl und auch Heilerde oder Ghassoul. Nicht verwenden darf man glutenhaltige Sorten wie Weizen oder Dinkel.

Man kann die Stärke auch weglassen und bis zu 100% durch Mehl ersetzten. Stärke wirkt wie ein Emulgator und verbindet sich mit Fett und Wasser. Dadurch wirkt es sehr stark reinigend. Die Mehle enthalten auch immer Stärke und können dadurch auch diese Funktion erfüllen, meist jedoch in geringerer Konzentration.


Die Kakaobutter bringt Festigkeit in den Bar und pflegt das Haar. Kakaobutter gibt es übrigens oft im Biomarkt in der Backabteilung.


Bei der Auswahl der Öle kann man kreativ werden und hier sehr genau auf die eigenen Haarbedürfnisse eingehen. Geeignet sind zum Beispiel:

Distelöl - ist ein sehr leichtes Öl, das nicht fettet und oft im Supermarkt verfügbar ist.

Jojobaöl - ist eigentlich ein flüssiges Wachs und pflegt trockene, geschädigte Haare sehr gut. Es ist in Bioqualität bei dm verfügbar. Man findet es bei den Naturkosmetikprodukten.

Macadamianussöl - ist gut für sprödes, splissanfälligeu Haar

Rizinusöl - zeiht durch seine ganz besonderen Eigenschaften Schmutzpartikel ab und hat dadurch eine gute reinigende Wirkung. Es ist auch in Apotheken erhältlich.

Schwarzkümmelöl - ist regional im Biomarkt verfügbar, es kräftigt die Haare, gibt ihnen Stabilität, Glanz und Geschmeidigkeit

Brokkolisamenöl - eher ein Exot, aber in der Haarpflege als Wundermittel bekannt. Es wirkt wie natürliches Silikon. Es pflegt die Haare ohne zu beschweren, gibt Glanz und Fülle und wirkt gegen fliegende Haare und statische Aufladung.


Ich verwende gerne eine Mischung aus Jojobaöl, Rizinusöl und Brokkolisamenöl 1:1:1.


Wenn man jetzt noch immer experimentieren mag, kann man dem Shampoobar fein vermahlene getrocknete Kräuter und ätherische Öle hinzufügen. Gut für die Haare sind zum Beispiel Brennnesseln (kräftigt), Rosmarin (belebt), Ackerschachtelhalm (enthält sehr viel Kieselsäure, die das Haar stärkt). Die Auswahl der ätherischen Öle ist Geschmackssache. Hier eignet sich wie bei fast allem z.B. Lavendel sehr gut. Rosmarin ist nicht nur als Kraut, sondern auch als ätherisches Öl eine gute Wahl.


Die Anwendung eines Sampoobars ist denkbar einfach. Einfach in den Händen ein bisschen nass machen und dann ein paar mal über die Haare streichen, bis sich ausreichend Schaum gebildet hat und ganz normal waschen. Das ist übrigens auch der Unterschied zwischen einem Shampoobar und einer Haarseife. Haarseife ist eine Seife, die in der Auswahl der verwendeten Öle sowie der gewählten Überfettung an das Bedürfnis von Haaren angepasst ist. Seife ist immer sehr stark basisch und braucht daher nach der Anwendung in den Haaren eine saure Rinse mit Essig oder Zitrone.

Ein Shampoobar ist im wesentlichen ein ganz normales Shampoo ohne Flüssigkeit. Bei einem Shampoobar braucht es meist keine Zeit zur Umgewöhnung der Haare und Kopfhaut, während eine Haarseife anfangs auch nicht so gut funktionieren kann.


Und wenn du jetzt denkst: Cool, das will ich auch testen, aber wann soll ich noch die Zutaten besorgen und rühren? Der klickt für den Anfang einfach hier. Die Shampoobars von Sonnengrün kann ich wirklich sehr empfehlen. Die Lust zum selber rühren kommt dann von allein. Oder du besuchst einen meiner nächsten Kurse. Da stecke ich dich bestimmt mit sehr viel Lust zum nachmachen an.


Viel Spaß beim testen.


Alles Liebe

Katharina


PS: Das ist Herzenswerbung und unbezahlt.


Alles, was ich nicht im Drogeriemarkt oder im Supermarkt bekommen kann, kaufe ich gerne bei

Dragonspice oder

Naturkosmetikwerkstatt Linz

In der Kosmetikmacherei in Wien bekommt man auch alle Rohstoffe.

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