Tannenöl selber machen: Nachhaltige Naturkosmetik aus deinem Christbaum
Aktualisiert: 29. Okt.
Hast du jemals darüber nachgedacht, deinen Christbaum in Naturkosmetik zu verwandeln? Die Nadeln heimischer Nadelbäume wie Tanne, Fichte oder Kiefer stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe, die nicht nur die Haut pflegen, sondern auch vielseitig in der Küche verwendet werden können.
In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du ein herrlich duftendes Tannenöl selber machen kannst. Dafür köcheln die Nadeln mit einem geraspelten Apfel und etwas Alkohol in Sonnenblumenöl. In weniger als einer Stunde ist dein Öl fertig. Es ist perfekt, um trockene, raue Hände zu pflegen und deine Haut geschmeidig zu machen. Und du kannst es sogar zum Kochen verwenden.

Was mein Tannenöl von ätherischem Tannenöl unterscheidet
Wenn du nach Tannenöl suchst, findest du vor allem ätherisches Tannenöl in kleinen Fläschchen. Dafür werden benadelte Zweige mit Wasserdampf destilliert, das Ergebnis ist hoch konzentriert. Mein Tannenöl ist ein Ölauszug: Die Nadeln geben ihren Duft und ihre Inhaltsstoffe an das Sonnenblumenöl ab. Deshalb kannst du es direkt auf die Haut auftragen, ätherisches Öl dagegen nie pur. Warum ich in meiner Hautpflege ganz auf ätherische Öle verzichte, erzähle ich dir in einem eigenen Artikel.
Was in Tannennadeln steckt und wie es wirkt
Unsere heimischen Nadelbäume enthalten eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, die sowohl in der Naturkosmetik als auch in der Küche nützlich sind:
Vitamin C: Immunstärkend und revitalisierend. Aufgüsse aus Tannenzweigen hat man früher sogar gegen Skorbut getrunken. Vitamin C löst sich am besten in Wasser und kaum in Öl. Das meiste Vitamin C bekommst du also in einem Tee oder bei Verwendung der Nadeln in der Küche.
Gerbstoffe: Stärken das Gewebe und wirken entzündungshemmend.
Ätherische Öle: Fördern die Durchblutung und entspannen. Sie geben den Nadeln ihren herrlichen Duft nach Wald. Ätherische Öle sind öllöslich und lassen deine Naturkosmetik wunderbar duften.
In deinem Tannenöl landen vor allem die öllöslichen Pflanzenstoffe der Nadeln. Zusammen mit dem Sonnenblumenöl pflegen sie trockene Haut und machen sie geschmeidig. Nachhaltig ist es obendrein, denn so verwertest du deinen Christbaum, statt ihn nur zu entsorgen.
Zutaten für dein Tannennadelöl
Für dein selbstgemachtes Tannenöl benötigst du folgende Zutaten:
50 g frische Tannenspitzen
Alternativ kannst du auch Fichte, Douglasie oder Kiefer verwenden. Im Frühling geht das Öl auch mit frischen Fichtenspitzen. Wichtig: Vermeide die giftige Eibe.
250 g Bio-Sonnenblumenöl HO
Die ideale Basis für deinen Ölauszug. Warum ich Sonnenblumenöl HO dafür verwende, erfährst du hier.
1 Apfel (geraspelt)
Sein Wasser sorgt dafür, dass das Öl beim Kochen nicht überhitzt, und hilft den Pflanzenstoffen, ins Öl überzugehen. Mehr dazu in meinem Artikel über das Kochen von Pflanzen im Ölauszug. Außerdem stärkt der Apfel die Hautbarriere, damit kann die Haut die Feuchtigkeit besser halten. Und er verbessert ihre Spannkraft.
50 g Alkohol (40 %)
Löst wertvolle Inhaltsstoffe und macht sie besser verfügbar.
Anleitung: Tannenöl selber machen
Tannenspitzen vorbereiten: Schneide die Tannenspitzen klein. Auch Zweige mit Rinde und Holz kannst du nutzen. Sie enthalten Phytohormone, Gerbstoffe und Aromastoffe.
Mischen: Gib die Tannenspitzen zusammen mit dem Alkohol in einen Mixer und zerkleinere alles grob. Achte darauf, dass das Material noch gut zu filtern ist.
Apfel hinzufügen: Raspel den Apfel und gib ihn in einen Topf.
Aufkochen: Füge die Tannenspitzen-Alkohol-Mischung hinzu und gieße das Sonnenblumenöl darüber. Bringe alles zum Kochen und lasse es für 10 Minuten köcheln.
Ziehen lassen: Nimm den Topf vom Herd und lasse die Mischung für weitere 30 Minuten zugedeckt ziehen.
Filtern: Filtriere das Öl durch ein Feinsieb. Falls sich in deinem Ölauszug unten noch Wasser absetzt, so fülle nur das reine Öl in desinfizierte Flaschen ab. Wasser hat in der Flasche nichts verloren.
Wichtig ist, dass du bei der Verarbeitung in Küche oder Kosmetik nur ungespritzte Zweige verwendest. Entweder du nutzt einen Bio-Christbaum oder du sammelst Zweige im Wald, aber bitte nicht von der giftigen Eibe!

Anwendung und Haltbarkeit
Das Tannenöl ist ein vielseitiger Begleiter für die Hautpflege und sogar für die Küche:
Als Handcreme: Ideal für trockene, raue Hände.
Nach dem Duschen: Auf leicht feuchter Haut als Bodylotion verwenden.
Bei Hautproblemen: In der Volksheilkunde nimmt man Tannennadeln auch bei Ekzemen, Hautirritationen und kleinen Verletzungen.
In der Küche: Du kannst es auch zum Kochen verwenden.
Haltbarkeit: Bei sauberem Arbeiten ist das Öl mindestens 6 Monate haltbar. Lagere es am besten in einer dunklen, kühlen Umgebung.
Woran du erkennst, ob dein Öl noch gut ist, liest du in meinem Artikel über die Haltbarkeit selbstgerührter Produkte.
Was du sonst noch aus Tannennadeln machen kannst

Mein Christbaum wird bei mir nicht nur zu Tannenöl. Besonders gerne mache ich aus den Nadeln ein Kräutersalz mit Zitronenabrieb. Gerade im Winter liebe ich auch einen Tee aus Tannennadeln, zum Beispiel mit Orangenschale, Zitrone, Zimt oder Ingwer. Außerdem mache ich daraus einen Badezusatz und verarbeite die Nadeln in Duschbars und in Seife. Wie du Seife im Kaltverfahren siedest, zeige ich dir in meinem Onlinekurs „Seife sieden genial einfach”.
Noch ein Öl für die Weihnachtszeit ist mein Winter-Wunder-Öl mit Lebkuchengewürz.
Wenn du gern Selbstgerührtes verschenkst, schau dir meinen Online-Workshop „Naturkosmetik-Weihnachtsgeschenke“ an. Darin rühren wir mit weihnachtlichen Gewürzen vier kleine Geschenke, darunter eine feste Handcreme für raue Winterhände.
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Ich freu mich auf dich!
Katharina
Quelle:
Lagoni, N.: Arzneiliche Anmerkungen zur Tanne. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/wissenstransfer/dateien/w45_arzneiliche_anmerkungen_zur_tanne.pdf





Hallo Freunde, ich habe einen interessanten Artikel gelesen und bin nun hier, um zu fragen: Wie kann ich meine persönlichen Daten ändern? Was könnt ihr mir raten? Ich wäre euch sehr dankbar.
Hallo Katharina, ich mache gerade dein tolles Öl aus frischen Fichten Wipferln.
Was meinst du, macht es Sinn, auch eine Mohrrüber mit reinzuraspeln?
Liebe Grüße Antje