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Bienenwaben essen bei Heuschnupfen: meine Erfahrung mit Honigwaben

14. Juni
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Okt.


Kann man Bienenwaben essen? Ja, und zwar samt Wachs. Ich esse in meiner Allergiesaison seit Jahren regelmäßig Honigwaben. Wie es dazu kam und wie ich sie heute esse, erzähle ich dir hier.


Im Sommer 2012 war ich ständig krank. Immer wieder plagte mich ein fürchterlicher Schnupfen, Halsweh, die Augen tränten und Niesen musste ich auch die ganze Zeit. Kaum ging es mir ein bisschen besser und ich wagte mich wieder vor die Tür, da ging es schon von Neuem los. Es hat sicher 4 Wochen gedauert, bis ich endlich auf die Idee kam, einen Allergietest zu machen, und...


Tadaa: Ich hatte mir ganz plötzlich eine ordentliche Allergie gegen Beifuß und diverse Pollen eingefangen. Da saß ich nun mit Taschentuch und zugeschwollener Nase und hatte noch keine Ahnung, dass mir ausgerechnet das Essen von Bienenwaben eines Tages mehr helfen würde als jede Tablette.


Der Arzt verschrieb mir zwei verschiedene Antihistaminika. Eine Tablette in der Früh und eine am Abend. Ich nahm sie dankbar an, denn so ging es nicht weiter, merkte aber schnell, dass die auch ihre Grenzen haben. Ich war dauernd müde und meinen Heuschnupfen konnten sie doch nur zu circa 50% lindern. Aber immerhin.


Holzrähmchen mit einer fast vollständig verdeckelten Honigwabe auf einem Holztisch

Bienenwaben essen: mein erster Versuch

Da fiel mir ein antiquarisches Buch meiner Schwiegermutter in die Hände: „5 x 20 Jahre leben” von D. C. Jarvis. Darin beschreibt ein Vermonter Arzt ausführlich die heilbringenden Eigenschaften von Bienenhonig, vor allem in Form der ganzen Wabe. Ich war so verzweifelt, mir war schon alles egal. Bei uns im Bio-Supermarkt entdeckte ich ein kleines Glas Bienenhonig, in dem ein Stückchen Wabe schwamm. Das wollte ich jetzt ausprobieren.


Zu Hause kaute ich auf der Wabe rum und dieses Gefühl werde ich nie vergessen. In dem Moment öffnete sich meine verstopfte Nase und ich konnte wieder atmen. Das Halsweh war auch sofort weg. Es klingt vielleicht ein bisschen unglaublich, aber bei mir war es wirklich so.


Was steckt dahinter? Meine persönliche Erfahrung ist, dass mir die ganze Wabe mehr hilft als Honig allein. Die Waben werden von den Bienen mit einer hauchdünnen Schicht Propolis ausgekleidet, und oft heißt es, dass auch winzige Pollenreste im Wabenhonig zu finden sind. Vielleicht liegt es genau daran.


Katharina kostet Honig vom Finger und hält einen Löffel mit tropfender Honigwabe

Honigwaben kauen: So esse ich sie heute

Seither besorge ich mir jedes Jahr im Frühling ein bis zwei vollständige Waben von einem Imker bei uns in der Nähe. Die Wabe lässt sich leicht zerschneiden und in eine Vorratsdose füllen.


Ich esse sie in meiner Allergiesaison von ca. Mai bis August mehrmals pro Woche circa einen Esslöffel zum Frühstück aufs Brot, im Müsli oder im Milchshake oder wo auch immer. Auf dem Wachs kann man herumkauen wie auf Kaugummi. Wenn ich die Wabe pur esse, spucke ich es meist nach einer Weile aus. Wenn ich den Honig aufs Brot streiche oder ins Müsli gebe, flutscht es einfach mit runter.


Mittlerweile habe ich gelernt, worauf es für mich in der Allergieprävention ankommt: Für meine Gesundheit ist es wichtig, regelmäßig regionalen Honig zu essen. Das heißt Honig aus Österreich, am besten von einem Imker in der Nähe, aber Österreich tut´s schon. In der Allergiesaison esse ich zusätzlich die Honigwabe. Seitdem brauche ich keine Tabletten mehr.


Katharina und ein Imker betrachten ein Wabenrähmchen voller Bienen über dem offenen Bienenstock

Mittlerweile hat sich meine Allergie auch so weit beruhigt, dass ich mich traue, ohne Honigwabe im Gepäck in den Sommerurlaub zu fahren. Das war nicht immer so.


Ab und zu spüre ich die Allergie noch als Kratzen im Hals oder einen plötzlichen Niesanfall. Manchmal kommt das für mich aus heiterem Himmel. Häufiger beim Kräutersammeln, besonders natürlich, wenn ich Beifuß sammle. Aber noch immer geht es sofort weg, wenn ich Bienenwaben esse. Es fasziniert mich nach wie vor.


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Was steckt in einer Honigwabe?

Beim Wabenhonig isst du den Honig so, wie die Bienen ihn verpackt haben: in der Wabe, mit Wachs verschlossen. Für Schleuderhonig schleudert der Imker den Honig dagegen aus den Waben und trennt ihn so vom Wachs.


Honig besteht zu einem großen Teil aus verschiedenen Zuckerarten. Dazu kommen Enzyme, die die Bienen beimischen und Mineralstoffe.


Propolis sammeln die Bienen als Harz von Baumknospen, zum Beispiel von Pappeln und Birken. Damit dichten sie ihren Stock ab und festigen die Ränder der Wabenzellen. Auch Propolis ist damit ein wichtiger Bestandteil von Honig. Propolis hemmt Bakterien und Pilze, Forschende sehen darin eine Art gemeinsames Immunsystem des Bienenvolks.


Und dann sind da noch die Pollen. Schon ein Gramm Honig enthält Tausende Pollenkörner, im Wabenhonig sorgen sie für den besonders intensiven Geschmack. Vielleicht ist es genau diese Mischung, die bei mir den Unterschied macht.


Kann man das Bienenwachs mitessen?

Ja. Bienenwachs aus biologischer Bienenhaltung kann bedenkenlos gegessen werden. Auch in der Lebensmittelindustrie findet Bienenwachs Verwendung. Gummibärchen bekommen damit zum Beispiel ihren Überzug. Bei 62 bis 65 Grad wird Bienenwachs flüssig, in heißem Tee schmilzt die Wabe also. Und beim Kauen bleibt manchmal ein bisschen Wachs an den Zähnen hängen. Das macht aber nichts und löst sich mit der Zeit von selbst auf.


Wer vorsichtig sein sollte

Honigwaben enthalten Pollen und Propolis, und beides kann Allergien auslösen. Wenn du weißt, dass du auf Propolis allergisch reagierst, lass die Wabe lieber weg. Auch bei einer Pollenallergie kann man auf Honig selbst reagieren, darauf weist der Deutsche Allergie- und Asthmabund hin.


Wabenhonig kaufen: Worauf es wirklich ankommt

Wichtig ist, auf Qualität zu achten. Das Bienenwachs befindet sich normalerweise in einem ständigen Kreislauf und wird immer wieder eingeschmolzen und zur Herstellung der Wachsplatten verwendet, auf denen die Bienen dann ihre Waben bauen.


Das kann bei schlechter Qualität des Bienenwachses dazu führen, dass sich auch Schadstoffe im Wachs ansammeln. Es lohnt sich also, hier für Bio-Qualität zu zahlen. Noch besser ist es, wenn du einen Demeter-Imker in deiner Nähe hast.

Worauf du bei Bienenwachs außerdem achten solltest, liest du in meinem Artikel über die Wirkung von Bienenwachs auf die Haut.


Bienenwaben bekommt man mittlerweile bei fast allen Imkern zum Beispiel am Wochenmarkt. Wichtig ist, dass der Honig biologisch ist, oder noch besser nach Demeter-Richtlinien produziert wurde und aus deiner Nähe kommt. So kann er die Pollen enthalten, auf die du reagierst.


Ich kaufe meine Honigprodukte gerne bei der Demeter-Imkerei Apis-Z oder beim Bio-Imker BieneJoe. Aus regionalem Honig rührst du übrigens auch ganz einfach Oxymel, das uralte Hausmittel aus Honig und Essig.


Ich wünsche dir viel Erfolg beim Ausprobieren!

Katharina


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Disclaimer: Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und ersetzt in keiner Weise den Gang zum Arzt.

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