Hausmittel für trockene Hände: Pflegeöl und Handbalsam selber machen
Aktualisiert: vor 19 Stunden
Hast du trockene, raue Hände und entzündete, rissige Nagelhaut? Keine Sorge, du bist nicht allein! Besonders im Winter und durch häufiges Händewaschen leidet unsere Haut. Was dann hilft, ist gar nicht kompliziert: Statt Cremes mit Emulgatoren und Konservierungsmitteln nehme ich ein reichhaltiges Pflegeöl oder einen Handbalsam, am besten direkt nach dem Händewaschen. Hier findest du mein einfaches Rezept aus wenigen natürlichen Zutaten, das deine Hände weich und geschmeidig pflegt und in wenigen Minuten hergestellt ist.

Warum werden die Hände im Winter so trocken?
Bei Kälte bilden die Talgdrüsen in der Haut weniger Fett, und die trockene Heizungsluft entzieht ihr Feuchtigkeit. Dazu kommt das häufige Händewaschen: Wasser und Seife nehmen der Haut die Fette, die sie braucht, und heißes Wasser verstärkt das noch. Die Haut wird spröde und rissig. Im Winter brauchen deine Hände deshalb eine reichhaltige Pflege, die die Hautbarriere stärkt.
Worauf ich bei trockenen Händen achte
Um meine Hände nach einer anstrengenden Phase gut zu regenerieren und der trockenen und entzündeten Haut Erholung zu gönnen, achte ich auf einige Punkte:
Ich verzichte konsequent auf Emulgatoren, das heißt keine herkömmlichen Cremes (auch nicht, wenn sie Naturkosmetik sind!). Emulgatoren haben immer einen sogenannten „Auswascheffekt“: Sie lösen auch die hauteigenen Fette und verstärken so die Trockenheit.
Ich verzichte konsequent auf Konservierungsmittel. Alle in der Kosmetikverordnung zugelassenen Konservierer weisen durchwegs ein Sensibilisierungspotential auf. Das gilt auch für Naturkosmetik.
Weniger ist mehr: Ich reduziere meine Pflegeroutine auf wenige ausgewählte Produkte mit sehr wenigen Inhaltsstoffen, um meine Haut nicht weiter zu irritieren.
Für weiche Hände und eine gesunde Nagelhaut braucht es also wenig, aber dafür die richtige Pflege.
Die besten Heilpflanzen für trockene Hände
Wie gut, dass sich auf meiner Terrasse schon Ende des Winters die ersten Pflanzen zeigen, die genau dafür perfekt geeignet sind:
Vogelmiere steckt voller hautheilender und pflegender Flavonoide, Carotinoide und Chlorophyll und wird häufig bei Neurodermitis und entzündeter Haut empfohlen.
Hauswurz ist unsere heimische Aloe Vera und steckt voller beruhigender Schleimstoffe.
Minze bringt einen frischen Duft und wirkt dank ihrer Wirkstoffe entzündungshemmend und antibakteriell.
Die Kräuter für mein Pflegeöl gehören zu den allerersten im Jahr. Die Vogelmiere ist schon da, sobald der Schnee weggetaut ist. Hauswurz findest du frisch den ganzen Winter über. Und Minze kannst du bei Bedarf auch getrocknet verwenden. Die Menge bleibt gleich.
Vogelmiere Hauswurz Minze
DIY-Rezept: Pflegeöl für rissige und trockene Hände
Dieses Pflegeöl ist die Basis für eine intensive Handpflege. Ich mache es mit Olivenöl, denn das ist sehr reichhaltig und pflegend.
Zutaten:
1 Handvoll frische Vogelmiere
1 Handvoll frische Hauswurz
1 Handvoll frische Minze
150 g Olivenöl
Herstellung:
Die Kräuter sehr fein schneiden und zusammen mit dem Olivenöl in einen Topf geben.
Alles einmal aufkochen lassen und auf kleinster Flamme 10 Minuten ziehen lassen.
Danach sehr fein filtrieren und in saubere Flaschen füllen.
Ob die Kräuter beim Aufkochen ihre Inhaltsstoffe verlieren, ist eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme. Die Antwort liest du in meinem Artikel über das Kochen von Pflanzen im Ölauszug.
Ich nehme das Öl auch pur, zum Beispiel als Nagelöl oder für ein Ölbad, dazu mehr weiter unten. Für meine Handpflege verwandle ich dieses herrliche Öl außerdem in einen Handbalsam. Ein Balsam muss im Gegensatz zu einer Creme NIE konserviert werden. Balsam ist eine wasserfreie Zubereitung. Wo kein Wasser ist, da brauche ich auch keine Konservierung.
So ein Handbalsam ist also eine sehr schonende Hautpflege, da ich auf unnötige Hilfsstoffe verzichten kann.
Genauso wasserfrei ist meine feste Handcreme, für die du dieses Öl wunderbar verwenden kannst.
DIY-Rezept: Handbalsam für trockene Hände und rissige Nagelhaut
Zutaten:
50 g Pflegeöl (siehe oben)
5 g Bienenwachs
Herstellung:
Pflegeöl und Bienenwachs im Wasserbad schmelzen.
In saubere Tiegel füllen und abkühlen lassen.
Das Bienenwachs legt sich wie eine schützende Schicht auf die entzündete Haut, ohne sie abzudichten. Es hilft der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, und versorgt sie mit über 300 pflegenden und heilenden Inhaltsstoffen.
Anwendung:
Ein Balsam oder Öl zieht am besten ein, wenn es auf leicht feuchter Haut angewendet wird. Also einfach direkt nach dem Händewaschen auftragen, je nach Bedarf ein- bis dreimal am Tag, gerne auch abends.
Haltbarkeit:
Bei sauberem Arbeiten halten Pflegeöl und Handbalsam etwa 6 Monate. Nimm den Balsam nur mit sauberen Fingern oder einem Spatel aus dem Tiegel.
Das Pflegeöl pur verwenden
Ich fülle das Pflegeöl gerne in eine kleine Sprühflasche. Durch den Sprühkopf kommen nur wenige Tropfen heraus. So lässt es sich sehr gut dosieren, und die Hände werden nicht zu ölig. Ich sprühe mir das Öl direkt in die Handfläche.

Als Nagelöl für rissige Nagelhaut
Die Nagelhaut leidet im Winter genauso wie die Hände. Wird sie trocken, reißt sie leicht ein. Öl hält sie geschmeidig, dann bekommt sie nicht so schnell Risse. Gib dafür einen Tropfen Pflegeöl auf jeden Nagel und massiere ihn sanft in die Nagelhaut ein. Schneide die Nagelhaut nicht ab, das kann ihre natürliche Schutzbarriere beschädigen.
Als Ölbad für sehr trockene Hände
Sind deine Hände sehr trocken, gönn ihnen ein Ölbad. Wärme dafür etwas Pflegeöl im Wasserbad leicht an und lege deine Fingerspitzen etwa 10 Minuten hinein. Das restliche Öl massierst du danach in die Hände ein.
Du magst lieber eine Creme als einen Balsam? Dann komm in meinen Onlinekurs Naturkosmetik genial einfach. Dort zeige ich dir, wie du eine Creme mit Holunder ganz ohne Emulgatoren rührst und aus Kräutern intensive Pflanzenauszüge machst.
So, jetzt wünsche ich dir viel Spaß bei der Herstellung und natürlich schöne und gepflegte Hände in Zukunft. :)
Deine Katharina
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Quellen
Apotheken Umschau: Trockene Hände richtig pflegen, aktualisiert am 5.12.2022






Hey Katharina, warum genau verzichtest du in diesem Rezept jetzt auf den Wasseranteil? Das würde mich echt interesssieren. Liebe Grüße Angelika